Gezeiten - Ebbe und Flut | Helles Köpfchen (2023)

von Ulf Pawlak


Bei Ebbe kann man vom deutschen Festland aus zu Fuß auf einige Inseln wie die ostfriesische Insel Baltrum laufen. Wo sonst Schiffe fahren und die tosende See schäumt, sieht man dann Wandergruppen, die durchs Watt (so nennt man die Küstenbereiche, die bei Ebbe trocken liegen) spazieren. Doch wo ist das Wasser bei Ebbe hingeflossen und warum gibt es Ebbe und Flut eigentlich? Kann man die Gezeiten nur an der Nordsee beobachten?

Gezeiten - Ebbe und Flut | Helles Köpfchen (1)

Jeder, der einmal Urlaub an der Nordsee gemacht hat, kennt das Phänomen: Man möchte am Strand schwimmen gehen, aber dort, wo vor wenigen Stunden noch das Meer war, ist jetzt kilometerweit nur Land zu sehen. Das Meer hat sich zurückgezogen - von der Küste zur hohen See. Es kommt und geht in einer immer gleichen Zeitfolge. Zusammen dauern Ebbe und Flut etwa zwölf Stunden und 25 Minuten. Flut nennt man dabei den Zeitraum, zu dem das Wasser ansteigt und Ebbe den Zeitraum, zu dem der Wasserstand sinkt.

(Video) Ebbe und Flut

Doch warum gibt es Ebbe und Flut und wer oder was ist dafür verantwortlich? Wer die Gezeiten oder Tide, wie man das Zusammenspiel zwischen Ebbe und Flut auch nennt, verstehen will, muss sich unseren Planeten Erde im Weltall vorstellen. Denn die Gezeiten werden von Erde, Mond und Sonne bestimmt. Dabei spielen zwei physikalische Kräfte eine bedeutende Rolle: die Anziehungskraft und die Fliehkraft. Wer diese Kräfte kennt, versteht auch besser, warum es Ebbe und Flut gibt. Doch beginnen wir mit dem Einfluss des Mondes und seiner Anziehungskraft auf das Wasser der Erde.

Der Mond: Herr der Gezeiten

Gezeiten - Ebbe und Flut | Helles Köpfchen (2)

Hast du dich auch schon einmal gefragt, warum uns die Erde anzieht und fest auf dem Boden hält? Es liegt an der Schwerkraft - und diese wiederum entsteht durch die Anziehungskraft der Erde. Man nennt diese Kraft auch Gravitationskraft. Ohne sie würden wir frei in der Gegend umherfliegen. Die Erde zieht aber nicht nur uns an und hält uns auf dem Boden. Auch wir ziehen die Erde an - oder uns gegenseitig. Dies merken wir allerdings nicht, weil wir viel weniger Masse und damit Gewicht als die Erde haben und unsere Anziehungskraft deshalb viel geringer ist. Zwei Naturgesetze sind in diesem Zusammenhang von Bedeutung für uns: Je mehr Masse ein Körper hat, umso höher ist auch seine Anziehungskraft. Allgemein zieht jeder Körper jeden anderen an - eben mit unterschiedlichen Kräften.

Durch die Gravitation zieht die Erde den Mond und der Mond wiederum die Erde an. Da Wasser flüssig, also beweglich ist, kann der Mond mit seiner Anziehungskraft das Wasser auf der Erde ein Stück zu sich hin "ziehen". An der Erdseite, an welcher der Mond gerade steht, hebt sich der Wasserspiegel der Meere also an. Es entsteht an der mondzugewandten Erdseite ein so genannter "Flutberg". Da sich die Erde um sich selbst dreht, wandert sie durch diesen Flutberg hindurch. Deshalb wechseln sich Ebbe und Flut ab. Das Wasser "wandert" also nicht einfach nur mit dem Mond weiter, sondern die Erde dreht sich dabei auch unter dem Flutberg hindurch. Warum dauert es aber etwa zwölf Stunden bis zur nächsten Flut? Die Erde dreht sich innerhalb von 24 Stunden, also in einem Tag, einmal um sich selbst und damit einmal unter dem "Flutberg" hindurch. Es gibt aber noch einen zweiten Flutberg - dieser liegt direkt gegenüber dem ersten an der mondabgewandten Seite der Erde. Doch wie entsteht dieser zweite Flutberg? Dazu müssen wir die zweite physikalische Kraft hinzuziehen: die Fliehkraft.

Ein "himmlisches Karussell"

Gezeiten - Ebbe und Flut | Helles Köpfchen (3)

Wer einen Globus besitzt, weiß, dass man ihn um seine Achse drehen kann - Achse bedeutet auf Althochdeutsch "Drehpunkt". Die Achse ist also der Bereich, um die sich ein oder mehrere drehende Körper herum bewegen. Die Drehung nennt man auch Rotation. Dabei entstehen Kräfte, die alles rund um die Drehachse nach außen "schleudern". Gleichzeitig wirkt dabei eine Kraft zum Mittelpunkt der Kreisbewegung, also zur Drehachse hin und hält die Drehbewegung stabil. Die nach innen gerichtete Kraft nennt man "Zentralkraft" oder auch "Zentripetalkraft" (lateinisch: petere bedeutet "streben nach"). Die nach außen wirkende Kraft wird als "Fliehkraft" oder auch "Zentrifugalkraft" (lateinisch: fugere bedeutet "fliehen") bezeichnet. Ein Beispiel für die Fliehkraft ist das Kettenkarussell. Je schneller es sich dreht, umso größer wird die Fliehkraft und umso höher "schweben" auch die Fahrer in die Luft.

Wir haben jetzt zwei Dinge erfahren, die uns weiterhelfen: Nämlich, dass sich Erde und Mond um einen gemeinsamen Schwerpunkt drehen und dass bei jeder Drehbewegung Fliehkräfte entstehen. Ein weiteres Beispiel wird verdeutlichen, wie die Fliehkraft das Wasser auf der Erde beeinflusst: Stellen wir uns die beiden Himmelskörper wie zwei Menschen mit langen Haaren vor, die sich gegenüberstehen und fest an den Händen halten. Jetzt beginnen sie sich, umeinander zu drehen - so schnell, dass die Haare anfangen, in der Luft zu "schweben". So wie die Fliehkraft die Haare von der gemeinsamen Drehachse weg nach außen drängt, wird auch das Wasser auf der Erde nach außen geschleudert. Die Fliehkraft, die bei der Rotation von Erde und Mond entsteht, ist also für den zweiten, gegenüberliegenden Flutberg verantwortlich.

Gezeiten - Ebbe und Flut | Helles Köpfchen (4)

Die Drehachse von Erde und Mond liegt dabei noch innerhalb des Erdballs, aber nicht im Erdmittelpunkt. Diese Zone nennt man auch Baryzentrum, was sich aus dem Griechischen ableitet und so viel wie "Schwerezentrum" heißt. Deshalb ist es nicht ganz richtig zu sagen, dass sich der Mond einfach nur um die Erde dreht, tatsächlich drehen sich beide um ihren gemeinsamen Masseschwerpunkt (siehe Animation oben). Der Mond bewegt sich dabei in einem großen Kreis (Radius etwa 380.000 Kilometer) um die Erde, die Erde in einem kleineren Kreis (Radius etwa 4.600 Kilometer) um den sie umkreisenden Mond.

(Video) Blick ins Kinderbuch: "Ebbe und Flut. Nordsee, Küsten, Wattmeer" von Bärbel Oftring

Ein Problem gibt es noch: Es dauert zwölf Stunden und 25 Minuten von einer Flut bis zur nächsten - und nicht nur einfach zwölf Stunden. Das liegt daran, dass sich der Mond innerhalb eines Tages weiter um die Erde bewegt. Teilt man den Erdball in 360 Grad ein, wandert der Mond jeden Tag um etwa 13 Grad um die Erde herum. Anschaulich wird es, wenn man sich die Zeit notiert, an dem der Mond aufgeht. Nehmen wir an, er ginge genau um zwölf Uhr auf. Würden wir einen Tag später wieder messen, ginge er etwa 51 Minuten später, um 12:51 Uhr, auf. Rechnen wir diese 51 Minuten also zu den 24 Stunden, die die Erde braucht, um sich einmal um sich selbst zu drehen. Teilen wir die Summe jetzt durch zwei, denn während dieser Zeit dreht sich die Erde genau einmal unter den zwei Flutbergen hindurch. Wir kommen dann auf zwölf Stunden und 25,5 Minuten. Das entspricht der Zeit, die zwischen zwei Fluten liegt.

Bei Neu- und Vollmond ist die Flut höher

Gezeiten - Ebbe und Flut | Helles Köpfchen (5)

Auch die Sonne hat einen Einfluss auf Ebbe und Flut. Doch obwohl die Sonne viel mehr Masse hat als der Mond, ist ihr Einfluss auf die Gezeiten nicht einmal halb so groß. Dies liegt an der großen Entfernung der Sonne zur Erde. Denn je größer die Entfernung zweier Körper voneinander ist, desto kleiner ist ihre gegenseitige Anziehungskraft - die Anziehungskraft der Sonne auf die Erde ist deshalb etwa drei Mal so klein.

Je nach Stand des Mondes zur Sonne und Erde hat die Sonne dabei eine verstärkende oder auch abschwächende Wirkung auf die Gezeiten. Stehen Sonne, Erde und Mond auf einer Linie (siehe Bild rechts), so addieren sich die "Gezeitenkräfte" von Sonne und Mond. Der "Tidenhub" ist dann besonders groß. Tidenhub nennt man den Höhenunterschied zwischen dem Wasserpegel bei Ebbe und Flut. Da besonders viel Wasser zu den Flutbergen strömt, ist die Flut höher als sonst. Man nennt diese besondere Gezeitenform dann Springtide. Auch die Ebbe ist bei der Springtide ausgeprägter als sonst.

(Video) Köpfchen in das Wasser (Lüneburg, Ilmenau)

Gezeiten - Ebbe und Flut | Helles Köpfchen (6)

In einigen Buchten kommt es bei einer Springflut manchmal sogar zu einer sichtbaren Gezeitenwelle. Gefährlich kann eine Springflut dann werden, wenn sich ein Sturm bildet und den Wasserpegel noch zusätzlich erhöht. Geschehen ist dies zum Beispiel 1962 in Hamburg. Damals waren die Deiche den Wassermassen nicht gewachsen und brachen schließlich ein. Mehrere Stadtteile standen unter Wasser und es kamen 315 Menschen ums Leben.

Zum Glück kommt es nur selten zu solchen Extremfluten. Eine normale Springtide gibt es alle 14 Tage, nämlich bei Neu- und bei Vollmond. Immer dann stehen alle drei Himmelskörper auf einer Linie. Bei zu- und abnehmendem Halbmond stehen Erde, Mond und Sonne etwa in einem rechten Winkel zueinander (siehe Bild links). Die Gezeitenkräfte von Mond und Sonne wirken dann gegeneinander und die Flutberge sind kleiner als bei einer sonstigen Flut. Diese besondere Gezeitenform nennt man Nippflut.

Gefährliche Flut

Gezeiten - Ebbe und Flut | Helles Köpfchen (7)

Immer wieder ertrinken Menschen, weil sie von der schnell ansteigenden Flut überrascht werden. Meistens sind es Touristen, die sich unwissend den Gefahren der Flut aussetzen. Dabei gehen sie bei Ebbe nichtsahnend Muscheln sammeln oder durchs Watt spazieren. Oft laufen sie weite Strecken dem Wasser entgegen, um zu baden und wissen nicht viel von Ebbe und Flut. Doch plötzlich steigt die Flut so rasch an, dass die Badenden nicht schnell genug an Land kommen.

Im feucht-schlammigen Watt kommt man nicht allzu schnell voran. Die extremen Wasserströmungen machen es oft unmöglich, aus eigener Kraft gegen sie anzusteuern. Ein weiteres Problem ist ein plötzlich auftauchender Seenebel. Stell dir vor, du bist auf einer Wattwanderung - und innerhalb weniger Minuten zieht ein immer dichter werdender Nebel auf. Du siehst dann nicht mehr, wo das Festland und wo offene See ist. Menschen in einer solchen Situation verlieren meist die Orientierung und irren so lange herum, bis die Flut kommt - eine lebensgefährliche Situation.

Erst 2004 sind an der englischen Küste 18 chinesische Touristen ertrunken. Sie waren zum Muschelsammeln durchs Watt gelaufen und von der Flut überrascht worden. Trotz des Einsatzes von Armee und Polizei konnte nicht einmal die Hälfte der Gruppe gerettet werden. Dies verdeutlicht, wie extrem gefährlich Unwissenheit über die Gezeiten sein kann. Deshalb sollte man einige Regeln beachten, wenn man durchs Watt wandert.

Wichtige Regeln im Watt:

Gezeiten - Ebbe und Flut | Helles Köpfchen (8)

- Man sollte nur unter ortskundiger Führung wandern.
- Wichtig ist, dass man sich über die Zeiten informiert, zu denen der Wasserpegel wieder steigt.
- Da Seenebel sehr plötzlich auftaucht, sollte man unbedingt mit Kompass wandern, um die Orientierung zu behalten.
- Gehe nie bei Gewitter durchs Watt - bei der flachen, feuchten Landschaft ist die Gefahr eines Blitzeinschlags besonders groß!
- Da die Sonne auf dem nassen Boden sehr stark reflektiert, ist die Gefahr, sich einen starken Sonnenbrand zuzuziehen, sehr hoch - deshalb sollte man sich vor einer Wattwanderung lieber mit Sonnencreme einreiben.

(Video) KAUSALITÄT | Der feine Unterschied der Ursache und der Wirkung

Klicke auf den "Weiter-Pfeil", um zum zweiten Teil des Artikels zu gelangen. Darin erfährst du einige interessante Fakten zu den Gezeiten. Wusstest du zum Beispiel, dass die Gezeiten dafür verantwortlich sind, dass die Tage allmählich immer länger werden oder dass die Gezeitenkräfte auch auf andere Himmelskörper wirken?

Gezeiten - Ebbe und Flut | Helles Köpfchen (9)

Hinweis zum Copyright: Die private Nutzung unserer Webseite und Texte ist kostenlos. Schulen und Lehrkräfte benötigen eine Lizenz. Weitere Informationen zur SCHUL-LIZENZ finden Sie hier.

letzte Aktualisierung: 22.08.2020

Wenn dir ein Fehler im Artikel auffällt, schreib' uns eine E-Mail an redaktion@helles-koepfchen.de.Hat dir der Artikel gefallen? Unten kannst du eine Bewertung abgeben.

(Video) 2 Takt Motor mit Plexiglas Zylinderkopf in Slowmotion

FAQs

Wie heißen die zwei Gezeiten? ›

Die Gezeiten, auch Tiden genannt, sind das Zusammenspiel von Ebbe und Flut, das man am Meer beobachten kann. Flut ist dabei der Zeitraum des ansteigenden, also auflaufenden Wassers, Ebbe der Zeitraum des sinkenden, also ablaufenden Wassers.

Wo gibt es die stärkste Ebbe und Flut? ›

Wer eher global denkt und mit seinem Schiff die Welt erkunden möchte, der sollte die Gebiete auf der Welt mit starker Ebbe und Flut kennen. Die stärksten Ausprägungen der Gezeiten finden sich dabei auf der Bucht von Fundy mit einem Tidenhub von 17 Metern.

Was ist Ebbe und Flut kindgerecht erklärt? ›

Ebbe und Flut kommen an den Küsten vieler Meere vor. Gemeint ist, dass Hochwasser und Niedrigwasser täglich wechseln. Die Zeit, in der der Wasserstand fällt, also zwischen Hochwasser und Niedrigwasser, nennt man Ebbe. Die Zeit des ansteigenden Wassers, vom niedrigsten Wasserstand bis zum höchsten, nennt man Flut.

Wo fließt das Wasser bei Ebbe hin? ›

Das Wasser verschwindet nicht – es verlagert sich nur. Verantwortlich dafür ist der Mond. Seine Masse zieht das Wasser an. Dort, wo er steht, ist Flut, auf der genau gegenüberliegenden Seite der Erde ebenso.

Warum gibt es in Holland keine Ebbe und Flut? ›

Die Flutwellen werden nicht auf der vergleichsweise flachen Nordsee erzeugt, sondern werden vom Atlantischen Ozean in die Nordsee gedrückt. Während an der englischen und französischen Kanalküste ein Tidenhub von mehr als sieben Metern existiert, sind es an der holländischen Nordseeküste zwischen drei und vier Metern.

Warum gibt es in Dänemark keine Ebbe und Flut? ›

Die Ursachen für die Entstehung der Gezeiten in Dänemark sind zum einen in der Anziehungskraft des Mondes und zum anderen in der Erdrotation zu finden. Die dem Mond zugewandte Seite der Erde ist höheren Gravitationskräften ausgesetzt, als die abgewandte Seite.

Warum gibt es im Mittelmeer keine Ebbe und Flut? ›

Gründe für die unterschiedlichen Tidenhübe

Im Gegensatz zu der Nordsee ist das Mittelmeer durch Meerengen begrenzt. Da das Mittelmeer im Gegensatz zur Nordsee keinen freien Zugang zu dem Atlantik besitzt, können sich im Mittelmeer keine größeren Wassermassen hineinbewegen und wieder abfließen.

Welches Meer hat keine Gezeiten? ›

Die Nord- und die Ostsee besitzen keine nennenswerten eigenen Gezeiten.

Kann man bei Ebbe baden? ›

Baden Sie keinesfalls nach Eintritt der Ebbe! Das Schwimmen ist dann lebensgefährlich! Der Ebbstrom zieht selbst starke Schwimmer unweigerlich aufs offene Meer. Betreten Sie deshalb auch niemals die vorgelagerten Sandbänke.

Warum gibt es alle 6 Stunden Ebbe und Flut? ›

Etwa alle 6 Stunden wechseln sich Ebbe und Flut ab. Verantwortlich für die Gezeiten ist der Mond mit seiner Anziehungskraft. Bei den großen Gewässern der Erde bezeichnen die Gezeiten das regelmäßige Kommen und Gehen des Wassers, Ebbe und Flut. Rund alle 6 Stunden wechseln sich die beiden ab.

Wie oft wechseln die Gezeiten? ›

Der Zeitabstand zwischen Ebbe und Flut beträgt etwas mehr als sechs Stunden. Zwischen einer Flut und der nächsten liegen zwölf Stunden und 25 Minuten. Wie stark das Wasser steigt und fällt, hängt von der Küste ab. An der Nordsee misst der Unterschied zwischen Hoch- und Niedrigwasser etwa zwei bis drei Meter.

Warum ist die Flut bei Vollmond höher? ›

Stehen Mond, Erde und Sonne in einer Linie, also bei Vollmond oder Neumond, wirken die Einflüsse von Sonne und Mond in die gleiche Richtung: Ihre jeweiligen Flutberge türmen sich übereinander und verursachen eine besonders hohe Flut.

Warum gibt es an der Ostsee keine Ebbe? ›

Ostsee ist durch Meerenge geschützt

der Fliehkraft auf der Erde. Und in diesen 6 Stunden gibt es keine Chance, dass diese Kräfte so viel Wasser durch die relativ schmale Meerenge zwischen Dänemark und Skandinavien in die Ostsee "ziehen", dass es für eine ordentliche Flut ausreicht.

Wo gibt es keine Ebbe? ›

Drehpunkte von Ebbe und Flut in der Nordsee. In der flachen Nordsee befinden sich gleich drei amphidronische Systeme - also drei Orte ohne Tidenhub mit rotierenden Gezeitensystemen: zwischen England und Holland etwa über der Doggerbank, dann eines westlich vom dänischen Jütland und eines an der Südspitze Norwegens.

Hat Amerika Ebbe und Flut? ›

Gebiete in denen ein solcher Zyklus vorherrscht sind beispielsweise die Westküste der Vereinigten Staaten von Amerika, Teile der Küste Australiens oder Gebiete in Südostasien.

Wo ist der höchste Tidenhub auf der Welt? ›

Der weltweit größte Tidenhub tritt mit 13 m bei Normalhochwasser und 16 m bei Springtide in der Bay of Fundy an der nordamerikanischen Atlantikküste auf. In der Bucht von St. Malo an der französischen Atlantikküste beträgt er 11 m, in der Ostsee nur 20 cm.

Hat Den Haag Ebbe und Flut? ›

Die Tide steigt derzeit in Den Haag. Wie Sie der Gezeitentabelle entnehmen können, ist die höchste Tide von 2m um 18:35 und die niedrigste Tide von 0.3m ist um 14:22.

Wie lange dauert die Tide? ›

Das Zusammenspiel zwischen Ebbe und Flut nennt man Gezeiten. Den Wechsel von einem Niedrigwasser zum nächsten nennt man Tide. Die Dauer einer Tide beträgt ca. 12 Stunden und 25 Minuten.

Ist in Holland auch Ebbe und Flut? ›

An der holländischen Küste wechseln sich zweimal am Tag Ebbe und Flut ab. Verantwortlich dafür ist das Zusammenspiel von Erde und Mond. An den Küsten vieler Meere sind Ebbe und Flut Gang und Gäbe. Ebbe ist die Zeit zwischen Hochwasser und Niedrigwasser, Flut die Zeit des ansteigenden Wassers.

Warum gibt es in Schweden keine Ebbe und Flut? ›

Im Schärengebiet von Sankt Anna gibt es keine Gezeiten. Der Meeresspiegel schwankt nicht, weshalb Sie in der Tagesplanung völlig frei sind und die Ausrüstung nicht vom Ufer wegtransportieren müssen. Der Wellengang ist hier auch nie hoch: Die Inseln bieten so viel Schutz, dass der Wind das Wasser nur kräuseln kann.

In welchem Meer gibt es Ebbe und Flut? ›

Im offenen Atlantik und Pazifik kann der Mond mit seiner Anziehungskraft größere Wassermassen bewegen als im kleinen, von Land umschlossenen Mittelmeer. Die Nordsee ist zwar nicht groß, hat aber eine breite Verbindung zum Atlantik. Wenn der sich bei Ebbe zurückzieht, zieht er auch Wasser aus der Nordsee mit sich.

Warum ist die Ostsee kein Meer? ›

denn sie ist fast komplett von Land umgeben - und zwar von den neun Län- dern Schweden, Finnland, Russland, Estland, Lettland, Litauen, Polen, Deutsch- land und Dänemark. Nur über den nordwestlichen Ausläufer, das Kattegat, hat die Ostsee eine Verbindung zur Nordsee, einem Randmeer des Atlantiks.

Warum ist das Wasser an der Ostsee weg? ›

Der Badewanneneffekt in der Ostsee, über den wir auf float schon mehrfach berichtet haben, bleibt aber aus. Und der geht so: Weil das Ostseebecken im Vergleich zu anderen Meeren recht klein ist, schwappt das im Baltikum angestaute Wasser auch schnell wieder zurück.

Hat der Atlantik Ebbe und Flut? ›

Ebbe und Flut

Trotzdem unterschätzen immer wieder viele am Atlantik die Gefahren. Der Tidenhub (Höhenunterschied von Ebbe und Flut) kann bis zu 14m betragen und das Meer zieht sich je nach Region bis zu über 10km bei Ebbe zurück. Doch wenn die Flut kommt, ist es für Strand- und Wattwanderer oft zu spät.

Wo ist es besser Nordsee Oder Ostsee? ›

Ob Windsurfen, Kiten oder Segeln, dann ist die raue Nordsee ein Traumrevier, aber eher für Experten. Die zahmere Ostsee bietet die schöneren, abwechslungsreicheren Reviere. Auch Schwimmer, Radfahrer, Wanderer und Reiter werden hier glücklicher. Daher: Punkt für die Ostsee!

Ist die Ostsee auch ein Wattenmeer? ›

Der Ostsee fehlt das Wattenmeer. Sie brennt nicht in den Augen beim Schwimmen; eine Art Harmoniebedürfnis in Wasserform.

Welches Meer ist das Salzigste Meer? ›

Mehr Salz im Mittelmeer

Das führt dazu, dass das Mittelmeer zu den salzigsten Grossgewässern der Erde gehört. Sein Salzgehalt liegt bei etwa 3,8 Prozent. Die höchste Salzkonzentration hat das Tote Meer: 28 Prozent.

Warum sind Baggerseen so gefährlich? ›

Baggerseen sind teilweise sehr tief, und das Wasser wird nicht immer gut durchmischt. Schon kurz unter der Wasseroberfläche können die Temperaturen unerwartet stark absinken. Dadurch kann es zu schockartigen Lähmungen und zum Herzstillstand kommen.

Was macht die Nordsee so gefährlich? ›

Ungeahnte Gefahr an der Nordsee

Denn allzu schnell kann es passieren, dass arglose Spaziergänger und insbesondere Kinder abrutschen. Das bei Ebbe-Höchststand zurückgebliebene Wasser unterliegt oft noch einer starken Strömung – wer nicht schwimmen kann, befindet sich im schlimmsten Fall schnell in Lebensgefahr!

Warum ist Ebbe gefährlich? ›

Bei Ebbe ist das Schwimmen in der Nordsee verboten, da der Ebbstrom (die Strömung) auch geübte Schwimmer aufs Meer ziehen kann. Aus eigener Kraft ist es kaum möglich gegen die Strömung wieder ans Ufer zu schwimmen. Der tiefste Wasserstand wird als Niedrigwasser bezeichnet.

Warum zwei Mal Flut am Tag? ›

Weil sich die Erde zweimal am Tag unter diesen beiden Wasserbergen hindurch dreht, kommt es regelmäßig zu Ebbe und Flut. Die genauen Zeiten verschieben sich übrigens um etwa eine Stunde pro Tag – weil der Mond um die Erde wandert.

Warum gibt es 2x Flut am Tag? ›

Ein zweiter Flutberg entsteht auf der anderen Erdhälfte, wo die Zentrifugalkraft dominiert. Und während sich die Erde in 24 Stunden um ihre Achse dreht, wandern beide Flutberge mit dem Mond von Ost nach West. So kommt es zweimal täglich zu Ebbe und Flut. Auch die Anziehungskraft der Sonne trägt zu den Gezeiten bei.

Wie weit geht das Meer bei Ebbe zurück? ›

Bei Ebbe zieht sich das Wasser bis zu 15 km weit zurück.

Warum gibt es nur an der Nordsee Ebbe und Flut? ›

Grund: Nordsee und Ostsee sind lediglich durch eine schmale Meerenge des Skageraksmiteinander verbunden, das Wasser fließt hier wie durch ein Nadelöhr und die Ostsee ist beinahe ringsum von Land umschlossen. Deshalb macht sich der Unterschied zwischen Ebbe und Flut hier für gewöhnlich kaum bemerkbar.

Wie viele Gezeiten gibt es? ›

Die Erde dreht sich bei ihrer täglichen Rotation vereinfacht gesagt unter den Flutbergen hindurch. Dadurch gibt es zweimal täglich Hochwasser und zweimal täglich Niedrigwasser.

Wann kommt es zu einer Springflut? ›

Eine Springflut entsteht, wenn Sonne, Mond und Erde auf einer Linie liegen. Dies passiert immer bei Neumond und bei Vollmond. Die Gezeitenkräfte von Sonne und Mond überlagern sich dann konstruktiv und es kommt zu starken Unterschieden zwischen Ebbe und Flut.

Was haben die Gezeiten mit dem Mond zutun? ›

Der Mond verursacht Ebbe und Flut

Der Mond bestimmt mit seiner anziehenden Wirkung auf die Erde die Gezeiten. Dabei wirkt der Mond wie ein Magnet und zieht das Wasser von der Erde weg. Auf der mondzugewandten Seite der Erde entsteht dadurch ein Flutberg, ebenso wie auf der mondabgewandten Seite.

Was passiert wenn der Mond nicht mehr da ist? ›

Gäbe es den Mond nicht, würde sich die Erdkugel dreimal schneller um ihre eigene Achse drehen als jetzt, denn der Mond bremst mit seiner Anziehungskraft die Erdrotation. Ohne den Trabanten wäre der Tag auf der Erde also acht Stunden kurz. Innerhalb dieser Zeit hätte die Erdkugel eine Umdrehung vollendet.

Was ist das Gegenteil einer Springtide? ›

Das Gegenteil zur Springtide ist die Nipptide mit besonders kleinem Tidenhub.

Ist die Ostsee Süß Oder Salzwasser? ›

Die Ostsee ist weder Salz- noch Süßwassermeer, sondern ein Brackwassermeer - also ein Gemisch aus Fluss- und Meerwasser. Das Salzwasser kommt von der Nordsee über einen schmalen Durchgang, dem Kattegat bei Göteburg, in die Ostsee. Süßwasser erhält die Ostsee von über 200 Flüssen, wie Oder und Weichsel.

Was ist der Unterschied zwischen der Nordsee und der Ostsee? ›

Die Ostsee ist ein flaches Binnenmeer mit nur drei schmalen Verbindungen zur Nordsee, das wiederum ein Randmeer des Nordatlantiks ist. Dadurch unterscheidet sich die Ostsee prinzipiell in zwei wesentlichen Merkmalen von der Nordsee: im geringeren Salzgehalt (Salinität) und im Fehlen von Gezeiten und Gezeitenströmen.

Hat das Mittelmeer Gezeiten? ›

Gezeiten. Der Tidenhub, also die Schwankungen des Meeresspiegels zwischen Ebbe und Flut, ist im Mittelmeer mit nur wenigen Zentimetern kaum spürbar.

Ist die Ostsee tiefer als die Nordsee? ›

Die Ostsee erzielt mit bis zu 459 Metern Tiefe ein beeindruckendes Ergebnis. Doch die Nordsee ist mit einer maximalen Tiefe von 700 Metern fast 50 Prozent höher. Verglichen mit dem Pazifischen Ozean sind beide Meere jedoch eher flach. Er misst nämlich 11.034 Meter am tiefsten Punkt.

Wo ist die Ebbe am stärksten? ›

In der Bucht des berühmten Klosterbergs Mont Saint-Michel herrschen die stärksten Gezeiten Europas. Bei Ebbe zieht sich das Meer bis zu 15 Kilometer von der Küste zurück. Die Normannen sagen, dass die Flut in der Bucht „wie ein Pferd im Galopp“ auf die Küste trifft.

Hat Mallorca Ebbe und Flut? ›

Auf dieser Seite finden Sie die Zeitangaben der nächsten Gezeiten in Palma de Mallorca auf Mallorca. Unsere Zeitangaben zu den Gezeiten sind zuverlässig und werden täglich aktualisiert.
...
Dienstag 22 November 2022.
GezeitenUhrzeitHöhe der Gezeiten
Ebbe01:090.17m
Flut07:450.27m
Ebbe13:400.22m
Flut18:280.26m

Hat England auch Ebbe und Flut? ›

Ebbe und Flut machen die Küstenorte Großbritanniens zu Orten mit zwei Gesichtern. Die Gezeiten sind nicht nur ein spektakuläres Naturereignis, das sich wie auf Knopfdruck alle sechs Stunden wiederholt. Sie machen die Grenze zwischen Land und Meer auch zu einem Gebiet, in dem sich der Mensch der Natur anpassen muss.

Hat Australien Ebbe und Flut? ›

Eine der eindrucksvollsten Gezeitenlandschaften der Erde liegt an der Nordwestküste Australiens, in der Region von Kimberley. Der Tidenhub beträgt dort 10 bis 12 Meter und ist der höchste auf der Südhalbkugel.

Wo ist das Meer bei Ebbe? ›

Das Wasser verschwindet nicht – es verlagert sich nur. Verantwortlich dafür ist der Mond. Seine Masse zieht das Wasser an. Dort, wo er steht, ist Flut, auf der genau gegenüberliegenden Seite der Erde ebenso.

Welche Gezeiten gibt es? ›

Gezeiten oder Tiden sind das Zusammenspiel aus Ebbe und Flut. Darunter versteht man regelmäßig wiederkehrende Wasserbewegungen der Ozeane, die vor allem durch die Anziehungskraft (Gravitationskraft) des Mondes und die Fliehkraft der Erde zustande kommen.

Wie heisst der Wechsel zwischen Ebbe und Flut? ›

Diesen Wechsel nennt man Gezeiten. Der Zeitabstand zwischen Ebbe und Flut beträgt etwas mehr als sechs Stunden. Zwischen einer Flut und der nächsten liegen zwölf Stunden und 25 Minuten.

Hat der Pazifik Ebbe und Flut? ›

Eintägige Gezeiten entstehen auf dem Pazifik und dem Indischen Ozean. Hier kommt es nur zu einer Tide am Mondtag, es entsteht also lediglich ein Hoch- sowie Niedrigwasser. Die durchschnittliche Dauer von Ebbe und Flut der eintägigen Gezeiten beläuft sich auf 12 Stunden und 24 Minuten.

Warum gibt es 2 mal am Tag Ebbe und Flut? ›

Weil sich die Erde zweimal am Tag unter diesen beiden Wasserbergen hindurch dreht, kommt es regelmäßig zu Ebbe und Flut. Die genauen Zeiten verschieben sich übrigens um etwa eine Stunde pro Tag – weil der Mond um die Erde wandert.

Wann ist im Wattenmeer Flut? ›

Ebbe und Flut im Watt

Die Flutwelle in der Nordsee ist nur ein kleiner Ausläufer der atlantischen Flutwelle. Deshalb treten im Wattenmeer Springtide bzw. Nipptide erst zwei bis drei Tage nach Voll- oder Neumond bzw. Halbmond auf.

Was kommt am Meer immer nach der Ebbe? ›

Die Weltmeere sind ständig in Bewegung: Die Anziehungskraft des Mondes setzt die Wassermassen der Ozeane in Bewegung und sorgt an den Küsten für Ebbe, also ablaufendes Wasser, und Flut, bei der das Wasser wieder steigt.

Was wäre wenn es keine Gezeiten gäbe? ›

Ohne Mond, also ohne nennenswerte Gezeiten, gäbe es nun auch keine Bremswirkung der Wasserberge auf das Drehmoment der Erde mehr: Unsere eigene Rotationsgeschwindigkeit würde sich allmählich so stark erhöhen, dass ein Tag dreimal so schnell vergehen würde: Nach 8 statt 24 Stunden wäre er vorbei.

Videos

1. Naturquiz mit Vincent
(D-Hof Aachen)
2. Schwertransport auf dem Wasser | die nordreportage | NDR Doku
(NDR Doku)
Top Articles
Latest Posts
Article information

Author: Rubie Ullrich

Last Updated: 19/06/2023

Views: 6552

Rating: 4.1 / 5 (52 voted)

Reviews: 91% of readers found this page helpful

Author information

Name: Rubie Ullrich

Birthday: 1998-02-02

Address: 743 Stoltenberg Center, Genovevaville, NJ 59925-3119

Phone: +2202978377583

Job: Administration Engineer

Hobby: Surfing, Sailing, Listening to music, Web surfing, Kitesurfing, Geocaching, Backpacking

Introduction: My name is Rubie Ullrich, I am a enthusiastic, perfect, tender, vivacious, talented, famous, delightful person who loves writing and wants to share my knowledge and understanding with you.